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5. Oktober 2017: Der jüdische und Soldatenfriedhof in Bassum

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Ein sehr kleines Hinweisschild an der B 61, in Richtung Bassum kurz vor der Abbiegung nach Eschenhausen. Dann ca. 50 Meter unbefestigter Weg, viel Matsch und keine Wendemöglichkeit: Der Bassumer jüdische und Soldatenfriedhof ist schwer zu erreichen. Fußgängerinnen oder Wanderer müssen an der B 61auf dem Fahrradweg gehen, auch Radfahrerinnen und Radler kommen nur über diesen Weg dorthin.
Mit dem Auto ist diese Gedenkstätte nicht zu erreichen.
Begutachtung der Umrandung
Begutachtung der Umrandung

Bassums SPD-Vorsitzende Luzia Moldenhauer, der Fraktionsvorsitzende Dr. Christoph Lanzendörfer und Ratsmitglied Jonathan Kolschen haben den jüdischen und Soldatenfriedhof wieder einmal besucht. Beim Betreten des Friedhofs fällt ein großer Gedenkstein auf, unbekannten russischen Soldaten gewidmet. Danach eine Reihe von Gräbern, deren Inschriften zum Teil verwittert sind, die aber in hebräischen und lateinischen Buchstaben einen Teil der Bassumer Geschichte erzählen: Es ist die Grabstätte unserer jüdischen Bassumerinnen und Bassumer. 1936 wurde die letzte Bestattung vorgenommen, danach war der Friedhof aufgelassen, die Grabsteine wurden geschändet und umgeworfen. Einer der dort Bestatteten, Otto Nachmann, sollte zweimal entehrt werden: Der ihm in Erinnerung gesetzte Stein wurde umgestoßen, zudem sollte sein Name auf Beschluss des Stadtrates von Bassum aus der Liste der „ehrenvoll Gefallenen“ des ersten Weltkriegs am Friedhof gestrichen werden. Zur Ausführung dieses Beschlusses ist es, aus welchen Gründen auch immer, nicht gekommen. Otto Nachmann fiel 1915 mit 22 Jahren als Kriegsfreiwilliger für das Deutsche Reich in Flandern.

Grundsätzlich ließe sich hier die Auftreibung des Weges aufschottern, um die Gedenkstätte besser zu erreichen
Grundsätzlich ließe sich hier die Auftreibung des Weges aufschottern, um die Gedenkstätte besser zu erreichen

Viele Geschichten gibt es hier auf der Gedenkstätte zu erinnern.

Und das sollten wir allen Interessierten ermöglichen.

Die Gräber wirken mit Bodendeckern gepflegt, die Steine stehen fest, der Platz ist schattig und ruhig. Allerdings sollten die Gehwegplatten überarbeitet werden und besonders für die Zufahrt wünschen wir uns eine einfache Lösung. Wie wäre es, den Weg zu schottern und auf diese Wiese auch zwei Halteplätze für PKWs einzurichten, alles mit sog. Bordmitteln und ohne großen Kostenaufwand?

Die Geschichte unserer Stadt, die Erinnerung an unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger gebietet das eigentlich. „Die SPD in Bassum wird in der nächsten Fachausschusssitzung hierzu eine Anregung abgeben“, verspricht Luzia Moldenhauer, MdL.

Grabsteine in gutem Zustand
Grabsteine in gutem Zustand

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