Soziale Gerechtigkeit. Ökologische Verantwortung. Wirtschaftliche Stabilität.
Unsere Vision für Bassum
Bassum ist eine lebendige Stadt, geprägt von Vielfalt und Gemeinschaft. Wir, die SPD Bassum, sind so unterschiedlich wie die Menschen, die hier leben – mit verschiedenen Berufen, Lebenswegen und Überzeugungen. Doch uns alle eint der Wunsch nach einer Stadt, in der jeder ein gutes Leben führen kann. Eine Stadt, die solidarisch, gerecht und zukunftsfähig ist.
Unser Programm zeigt, wofür wir stehen: für ein Bassum, in dem alle mitgestalten können, in dem niemand zurückgelassen wird und in dem wir gemeinsam die Herausforderungen der Zukunft meistern. Wir setzen uns ein für eine Politik, die nicht nur heute, sondern auch morgen noch wirkt – ökologisch, sozial und wirtschaftlich.
Grundwerte: Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität
Unser Handeln basiert auf den sozialdemokratischen Grundwerten: Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität. Freiheit bedeutet für uns die Möglichkeit, das eigene Leben selbst zu gestalten. Gerechtigkeit heißt, dass alle Menschen faire Chancen auf Teilhabe haben. Und Solidarität ist die Grundlage unseres Miteinanders – in Bassum und darüber hinaus.
Wir sind überzeugt, dass eine Politik, die nur auf kurzfristige Erfolge setzt, langfristig scheitert. Deshalb fordern wir nachhaltige Entscheidungen, die sowohl die Bedürfnisse der heutigen als auch der zukünftigen Generationen berücksichtigen. Die „schwarze Null“ als Haushaltsziel ist für uns kein Dogma. Wichtiger ist, dass Investitionen dem Gemeinwohl dienen und Bassum als lebenswerte Stadt erhalten.
Zusammenleben stärken
Bassum lebt von seinem bunten Miteinander. Wir wollen dieses friedliche Zusammenleben fördern und weiterentwickeln. Dazu gehört die Unterstützung von Vereinen, Kultur- und Sporteinrichtungen in allen Ortsteilen. Denn sie sind das Rückgrat unserer Gemeinschaft.
Bassum steht für Weltoffenheit und Solidarität. Menschen, die Schutz vor Krieg oder Verfolgung suchen, finden bei uns Unterstützung. Dezentrale Unterbringung und schnelle Integration helfen, dass alle Neuankömmlinge Teil unserer Gemeinschaft werden können. Gleichzeitig erwarten wir von allen, die hier leben, dass sie die Regeln unseres Zusammenlebens respektieren. Gewalt, Hass und Fremdenfeindlichkeit haben bei uns keinen Platz.
Bürgerbeteiligung ist uns wichtig. Initiativen wie die Lokale Agenda 21 oder der Stadtentwicklungsprozess haben bereits wertvolle Impulse für unsere Stadt geliefert. Wir werden diese Initiativen weiterhin unterstützen und ihnen sogar ein eigenes Budget für Bürgerprojekte zur Verfügung stellen.
Unsere europäischen Partnerschaften mit Fresnay-sur-Sarthe (Frankreich), Spilsby (Großbritannien) und Telšai (Litauen) sind uns ein besonderes Anliegen. Wir wollen diese Verbindungen stärken, etwa durch Schulreisen, gemeinsame Kulturveranstaltungen oder sogar gemeinsame Ratssitzungen. Zudem setzen wir uns dafür ein, die Europaflagge vor dem Rathaus zu hissen – als sichtbares Zeichen unserer europäischen Identität.
Klimaschutz und Umwelt
Der Klimawandel macht auch vor Bassum nicht halt. Starkregen, Hitzeperioden und veränderte Wetterbedingungen stellen uns vor neue Herausforderungen. Als Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten nehmen wir diese Aufgabe ernst und handeln.
Wir setzen uns dafür ein, dass die Stadtverwaltung das Personal erhält, das sie braucht, um Bassum fit für die Zukunft zu machen. Klimaschutz, Wärmeplanung und die Anpassung an die Folgen des Klimawandels müssen im Alltag der Menschen ankommen. Bassum soll Vorreiter im Landkreis sein und zeigen, wie eine Stadt verantwortungsvoll mit den Folgen des Klimawandels umgeht.
Ein zentrales Anliegen ist uns der Schutz vor Starkregen. Wir setzen auf das Prinzip der Schwammstadt: Eine Stadt, die Regenwasser aufnimmt, speichert und langsam wieder abgibt, statt es ungebremst in die Kanalisation zu leiten. Gleichzeitig kämpfen wir für wirksamen Hitzeschutz in Seniorenheimen, Pflegeeinrichtungen und Schulen.
Mehr Grün in unserer Stadt ist keine Luxusfrage, sondern eine Frage der Lebensqualität. Bäume und begrünte Flächen kühlen die Stadt, schützen vor Starkregen und fördern die Artenvielfalt. Wir wollen mehr Stadtgrün, weniger versiegelte Flächen und mehr Schatten in unseren Straßen und auf unseren Plätzen.
Der Kommunale Wärmeplan zeigt uns den Weg in die Zukunft. Wir setzen uns für die zügige Planung und Ausweisung von Wärmenetzgebieten ein. Kommunale Liegenschaften sollen als Vorbild vorangehen und als Ankerkunden für die Wärmenetze dienen. Wo dies nicht möglich ist, wollen wir sie bevorzugt mit Wärmepumpen oder Solarthermie ausstatten.
Wirtschaft und Finanzen
Ein zukunftsfähiges Bassum braucht eine starke lokale Wirtschaft. Handel, mittelständisches Gewerbe und Dienstleistungen sind zentrale Säulen unserer Stadt. Gleichzeitig müssen wir den demografischen Wandel berücksichtigen, der nicht nur das Älterwerden der Bevölkerung bedeutet, sondern auch veränderte Arbeits- und Lebensbedingungen mit sich bringt.
Die Sulinger Straße hat ihre Funktion als einheitliches Einkaufsgebiet verloren. Wir wollen die aktuelle Mischung an Angeboten unterstützen und erweitern, um den Menschen einen Ort mit besserer Aufenthaltsqualität zu bieten. Der Einkaufsschwerpunkt Bahnhofstraße ist Realität – wir wollen weitere Investitionen in dieses Gebiet zulassen und Interessierte ermutigen, hier zu investieren.
Die Landwirtschaft bleibt ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Wir setzen uns für den Erhalt bäuerlicher Strukturen und gegen weiteren Flächenverbrauch ein. Wo sinnvoll, unterstützen wir den Ausbau der regionalen Energieerzeugung.
In der kommunalen Finanzpolitik setzen wir auf Fairness. Die aktuellen Steuerhebesätze wollen wir beibehalten. Weitere Belastungen für die Bürgerinnen und Bürger sind nur vertretbar, wenn sie zu einer spürbaren Verbesserung der kommunalen Dienstleistungen führen. Wir setzen auf eine klimagerechte Siedlungsentwicklung: Lückenbebauung im Kerngebiet hat Vorrang vor Neuausweisungen, um Flächenverbrauch und Versiegelung zu minimieren – besonders mit Blick auf Starkregen und Hitze.
Bildung und Kultur
Bildung ist der Schlüssel zu einer guten Zukunft. Wir Sozialdemokraten bekennen uns zum Prinzip des lebenslangen Lernens. Die Stadt Bassum muss hier ihren Beitrag leisten – von der frühkindlichen Bildung bis zur Hochschulreife.
Die Inklusion ist für uns nicht nur eine Verpflichtung aus der UN-Menschenrechtskonvention, sondern ein Prinzip des gemeinsamen Lebens. Sie soll nicht nur in Schulen, sondern in der gesamten Gesellschaft gelebt werden. Frühkindliche Bildung umfasst für uns die Gewährleistung von Krippenplätzen und die Unterstützung des Mütter-Kinder-Zentrums.
Die Grundschulen an den Standorten Bassum, Bramstedt, Neubruchhausen und Nordwohlde wollen wir erhalten – vorausgesetzt, es gibt genug Schülerinnen und Schüler. Wir setzen uns für kleinere Klassen und eine adäquate Ausstattung ein, die den Betrieb als echte Ganztagsschule ermöglicht. Zudem unterstützen wir die Umwandlung der Oberschule Bassum in eine Gesamtschule, sofern es dafür Initiativen aus der Lehrerschaft, Schülerschaft oder Elternschaft gibt.
Unsere Freizeitangebote wie das Naturbad, das Hallenbad und der Tierpark sind nicht nur Orte der Erholung, sondern auch Identifikationspunkte für Bassum. Wir sichern ihren Erhalt und fördern ehrenamtliches Engagement für diese Einrichtungen.
Kultur bereichert unser Leben. Die Kulturarbeit in Bassum wird sowohl von hauptamtlichen Kräften als auch von ehrenamtlichem Engagement getragen. Die „Piazzetta“, die Veranstaltungsreihe „Bassum Open Air“ sowie der „Bovelmarkt“ bereichern unser kulturelles Leben und machen Bassum überregional bekannt. Wir sind stolz auf das vielfältige Kulturangebot unserer Stadt und werden es weiter unterstützen.
Soziales Miteinander
Die Verantwortung für die soziale Sicherung liegt traditionell bei den Kommunen. Doch wir setzen uns dafür ein, dass diese Aufgaben langfristig auf Bundesebene und sogar europaweit geregelt werden. Europa muss nicht nur ein Wirtschaftsraum, sondern auch ein einheitlicher Sozialraum sein.
Die Veränderungen in der Gesundheitsversorgung – etwa durch die Schließung des Bassumer Krankenhauses – stellen uns vor neue Herausforderungen. Gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung setzen wir uns für eine sichere hausärztliche Versorgung ein und prüfen Modelle wie ein Medizinisches Versorgungszentrum in kommunaler Trägerschaft.
Unsere kommunalen Aufgaben im Sozialbereich sehen wir schwerpunktmäßig in der Förderung von Senioren und Jugend. Das Seniorenservicebüro leistet wichtige Arbeit – wir wollen es auch mit Sprechstunden in den Ortsteilen noch zugänglicher machen. Gleichzeitig begrüßen wir die Erweiterung des Familienservicebüros, das einen wichtigen Beitrag zu einer familienfreundlichen Stadt leistet.
Die freiwillige Feuerwehr ist ein unverzichtbarer Teil unserer Gemeinschaft. Wir danken allen ehrenamtlichen Einsatzkräften für ihr Engagement und werden sie weiterhin unterstützen – sowohl finanziell als auch durch moderne Ausstattung. Der Feuerwehrbedarfsplan, den wir durchgesetzt haben, schafft Planungssicherheit für die nächsten Jahre. Wir setzen uns für die Fortschreibung ein.
Bauen und Planen
Bassum ist eine landwirtschaftlich geprägte Flächenstadt. Mit 16,8 km² – also 10% der Gesamtfläche – sind bereits viele Flächen versiegelt. Deshalb müssen wir vorsichtig mit unserer wichtigsten Ressource, dem Boden, umgehen.
Wir unterstützen die Ausweisung von Baugebieten dort, wo die dörfliche Struktur erhalten und ausgebaut werden kann. Vor allem in Ortsteilen mit bestehender Infrastruktur wie Schulen und Kindertageseinrichtungen sollen neue Bauplätze entstehen. Um einer Zersiedelung vorzubeugen, sollten Baugebiete außerhalb der größeren Ortsteile nur sehr vorsichtig ausgewiesen werden.
In neuen Baugebieten setzen wir auf gemischte Bebauungsformen, damit Einzel-, Reihen- und Mehrfamilienhäuser nebeneinander existieren können. Gleichzeitig wollen wir ökologische Standards wie Wärmenetze, Wärmepumpen oder Flüsterasphalt als Straßenbelag fördern.
Die WISEG soll eine aktivere Rolle in der städtischen Wirtschaft spielen. Sie soll bezahlbaren Wohnraum schaffen, in erneuerbare Energien investieren und Flächen für Wohnen und Gewerbe entwickeln. Auch andere Eigentumsmodelle wie Genossenschaften nach dem Weyher Vorbild wollen wir fördern.
Der Radwegeausbau hat für uns Priorität. Wir wollen ein dichtes Netz an Radwegen, die sowohl dem städtischen Verkehr als auch dem Nah-Tourismus dienen. Dabei setzen wir auf Wegeführungen abseits der Hauptverkehrsstraßen, die besonders für E-Bikes attraktiv sind.
Transparenz und Verwaltung
Transparenz ist die Grundlage für Vertrauen – und Vertrauen ist entscheidend für eine lebendige Demokratie. Viele Bürgerinnen und Bürger interessieren sich für politische Entscheidungen, doch häufig ist es schwierig, diese nachzuvollziehen. Deshalb wollen wir die Kommunikation der Stadt Bassum verbessern.
Soziale Medien bieten die Möglichkeit, Informationen schnell und verständlich zu vermitteln. Politische Entscheidungen können erklärt, Hintergründe eingeordnet und Rückmeldungen aus der Bevölkerung aufgenommen werden. Ein weiterer wichtiger Schritt wäre die digitale Übertragung von Rats- und gegebenenfalls auch Ausschusssitzungen. So könnten deutlich mehr Menschen die kommunalpolitische Arbeit verfolgen.
Auch persönliche und niedrigschwellige Angebote wollen wir stärken: regelmäßige Bürgersprechstunden, direkte Gespräche vor Ort und Veranstaltungen schaffen zusätzliche Möglichkeiten für Austausch und Beteiligung. Wir prüfen, wie wir die Erreichbarkeit von Verwaltung und Politik für alle Ortsteile verbessern können – etwa durch mobile Sprechstunden.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Verwaltung leisten hervorragende Arbeit – oft unter schwierigen Bedingungen. Wir sehen uns in der Pflicht, für eine angemessene personelle Ausstattung zu sorgen und sie vor Anfeindungen zu schützen.
Unser Ausblick
Die Stadt Bassum entstand 1974 durch den Zusammenschluss von 16 Gemeinden. Dieser Schritt war damals sinnvoll und notwendig. Doch wir sind überzeugt, dass dieser über 50 Jahre alte Zusammenschluss keine Regelung für die Ewigkeit sein muss. Im Gegenteil: Immer mehr Zuschüsse werden für die Interessenbündelung von Gemeinden vergeben, die ein Vielfaches der Einwohnerzahl Bassums haben.
Die SPD Bassum steht dieser Entwicklung positiv gegenüber. Es geht uns in erster Linie um eine Verbesserung der Situation der Bürgerinnen und Bürger – nicht um ein sinnfreies Festhalten an alten Strukturen. Wir werden Antworten finden auf die Herausforderungen, die durch den demografischen Wandel entstehen. Die Gesellschaft wird nicht nur älter, sondern verändert sich auch durch neue Biografien in Ausbildung und Beruf sowie durch unterschiedliche Anforderungen an Arbeits- und Erholungszeiten.