Unser Grundsatzprogramm zum Klimaschutz - global denken, lokal handeln

Bassu, im Juni 2019

Foto: Kranich im Tierpark Petermoor

Der Rat der Stadt Bassum beschließt das Grundsatzprogramm

Global denken  -  lokal handeln

mit dem Ziel, einen erkennbaren Anteil an der Vermeidung menschengemachter Klimaschäden zu erreichen.

Dieses Programm gilt für Rat und Verwaltung als Richtschnur für die zukünftige Arbeit:

Alle Maßnahmen werden nicht wie bisher nur einseitig ökonomisch hinsichtlich von aktuellem und folgendem Finanzbedarf beurteilt, sondern in Zukunft vorrangig ökologisch nach den Kriterien einer nachhaltigen Entwicklung, einer möglichen Vermeidung von Energieverbrauch und eines behutsamen Umgangs mit der Natur.

Der Rat der Stadt Bassum bekennt sich zu den Zielen, die im Pariser Abkommen im § 2, Abs. b und c niedergelegt und kommunal verfolgbar sind: „Die Fähigkeit zur Anpassung an die nachteiligen Auswirkungen der Klimaänderungen [wird] erhöht und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimaänderungen sowie eine hinsichtlich der Treibhausgase emissionsarme Entwicklung [wird] so gefördert … , dass die Nahrungsmittelerzeugung nicht bedroht wird; die Finanzmittelflüsse [werden] in Einklang gebracht … mit einem Weg hin zu einer hinsichtlich der Treibhausgase emissionsarmen und gegenüber Klimaänderungen widerstandsfähigen Entwicklung.“

Der Rat der Stadt Bassum ist sich dabei bewusst, dass von den jetzt und hier lebenden Menschen ein Handeln erwartet wird, damit folgende Generationen überhaupt leben können: Die heute in Bassum lebenden Menschen werden einen Großteil der Last tragen müssen, damit ihre Kinder und Enkelkinder leben können.  Der Rat der Stadt Bassum erkennt dankbar die sehr große Bereitschaft der Bevölkerung für eine Umsetzung einer klimaschonenden Politik an.

Der Rat der Stadt Bassum erkennt auch an, dass die Veränderungen wie eine deutliche Zunahme starker bis sehr starker Stürme oder einander folgende Dürresommer zu Sorgen der Menschen führen, für die die örtlichen politischen Vertreter und Vertreterinnen eine lokale Antwort entwickeln müssen.

Dabei ist sich der Rat der Stadt Bassum seiner doppelten Aufgabe bewusst: Einmal als Akteur direkt Einfluss nehmen zu können, zum anderen indirekt als Vorbild für die weitere Entwicklung zu dienen.

Deshalb beschließt der Rat der Stadt Bassum die folgenden Grundsätze für das Handeln in den nächsten Jahren.

Der Rat der Stadt Bassum lässt sich grundsätzlich vom Dreieck der Nachhaltigkeit leiten:

Ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit werden in allen Projekten gleichrangig berücksichtigt:

  • Er gestaltet Planungen der Stadt mit Eingriffen in die Natur so, dass die Natur nur in dem Maße beansprucht wird, wie sie sich regenerieren kann.
  • Er wird wirtschaftlich nicht über seinen Verhältnissen leben, die anderen Generationen geringere Chance auf ein eigenes Leben gewähren; das beinhaltet eine vorsichtige Finanzpolitik, aber auch den Ausbau und den Erhalt wichtiger Infrastrukturen.
  • Er wird für einen sozialen Ausgleich und damit für eine friedliche Zivilgesellschaft sorgen.

Hinsichtlich des Energieverbrauchs handelt die Stadt nach den Grundsätzen

vermeiden  -  ersetzen  -  in Zusammenhängen denken

Erste Priorität hat das Vermeiden von Energieverbrauch, insbesondere aus fossilen Energieträgern. Die Stadt Bassum wird baldmöglichst Planungen erstellen, an welchen Stellen der Gebrauch fossiler Energieträger vermieden oder durch andere ersetzt werden kann.

Die städtischen Gebäude werden daraufhin untersucht, inwiefern der Energieverbrauch gesenkt werden kann. Ziel, wenn auch aktuell kaum erreichbar, sollen Null-Emissions-Gebäude werden. Verminderung des Energieverbrauchs und Reduzierung des Energieverlusts durch bauliche Mängel werden vorrangig bearbeitet.

Die bereits schon jetzt möglichen Energiezugewinne durch Kollektoren und andere Techniken werden soweit wie möglich genutzt.

Die Stadt Bassum wird je nach Finanzaufkommen Förderpläne entwerfen, mit denen dem heimischen Handwerk Unterstützung für die Zurverfügungstellung nachhaltiger Energieversorgung gewährt werden kann.

Baupläne werden durch die Stadt Bassum so ausgelegt, dass möglichst wenig Verbrauch an Naturflächen für Straßen und Wege erforderlich wird. Bei der Ausweisung neuer Baugebiete wird deutlich mehr als bisher auf eine nachhaltige Leitplanung Wert gelegt. Grundwasserströme, landwirtschaftlicher Nutzwert der geplanten Fläche und Grad der Versiegelung mit Auswirkung auf die Natur werden gesondert dargestellt. Für Ausgleichsflächen wird in einem abgetrennten Prozess belegbar beschrieben, ob sie besser direkt an der beplanten Fläche oder eher zentral in einem größeren Zusammenhang realisiert werden.

Der Straßenverkehr der Stadt Bassum wird durch Geschwindigkeitsregelungen, Verkehrsführung oder Straßenbebauung so geregelt, dass ein möglichst emissionsarmer Verkehrsfluss entstehen kann.

Die Stadt Bassum setzt sich zum Ziel, den Fahrradverkehr weiter zu fördern und den Anteil der städtisch gefahrenen Radkilometer auf ein Drittel des gesamten Verkehrs zu erhöhen. Hierzu werden Fahrradwege, Abstellmöglichkeiten und ganz neue Modelle z.B. im Schulverkehr geplant und gefördert.

Wo sich Energieverbrauch nicht vermeiden lässt, achtet die Stadt Bassum auf die Möglichkeiten der Verwendung erneuerbarer Energie. Sie lässt sich hierbei von dem Gedanken der Beachtung von Kettenwirkungen leiten: Nicht alles, was hier zu einer Verbesserung der Situation führt, tut dies in einem Gesamtzusammenhang. So sind Lithium-Batterien für die örtliche CO2-Emission sicherlich positiv zu bewerten, im Gesamtzusammenhang mit dem Abbau und dem Transport von Lithium sieht es eher kritisch aus.

Die Stadt Bassum verpflichtet sich, jährlich pro hundert Einwohner oder Einwohnerin einen Laubbaum zu pflanzen. Diese 160 Laubbäume jährlich verbessern den CO2-Abbau um zwei Tonnen jährlich. Zu entscheiden ist jeweils, ob mit diesen Bäumen ein zentrumsferner, aber ökologisch wertvoller Wald angelegt oder ob mit straßenbegleitender Bepflanzung das innerörtliche Mikroklima verbessert wird.

In einem Gesprächskreis wird die Stadt Bassum um Verständnis für die weitest mögliche Ächtung von Plastik- und anderen, auf einen Einmalgebrauch zielenden Gegenständen drängen. Bei der Umstellung z.B. von Einkaufstüten wird die Stadt Bassum Unterstützung anbieten. Sie selbst verzichtet weitestgehend auf Kunststoffe, zumal solchen, die auf der Basis von Erdöl hergestellt wurden. Ziel muss eine möglichst kunststoff- und plastikfreie Stadt sein.

Der Rat der Stadt Bassum sieht in diesem Grundsatzprogramm und den darin enthaltenen Einzelpositionen nur einen allerersten Schritt. Er bittet alle Einwohnerinnen und Einwohner um eine Diskussion über den Umfang und mögliche Erweiterungen.

 

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