„Wenn sie doch nur einen einzigen Sachgrund genannt hätte!“ - Die SPD in Bassum hatte eine Mitgliederversammlung

 
 

Das Drehbuch könnte aus einem schlechten Roman stammen: Pünktlich zum Übertritt einer Grünen-Abgeordneten zur CDU hatte die SPD in Bassum eine Mitgliederversammlung. Und viele, viele kamen.
Eigentlich waren zwei wichtige Punkte zur Diskussion gestellt: Zum einen das Programm zur Bundestagswahl und ein Gespräch mit dem Kandidaten Tevfik Özkan, zum anderen wollte Kreistagsfraktionsvorsitzende Astrid Schlegel über die Krankenhaussituation berichten. Es kam anders.

 

Bundestagskandidat Tevfik Özkan

Sogar die Eröffnung schon musste durch die beiden stellvertretenden Vorsitzenden, Bärbel Ehrich und Dr. Christoph Lanzendörfer, erfolgen: Bassums SPD-Chefin Luzia Moldenhauer, MdL, war anfangs auf der Landtagsfraktionssitzung in Hannover. So wurde das Wahlprogramm relativ schnell besprochen, zu dem Tevfik Özkan Ausführungen machte. Der eigentliche Mittelpunkt des Abends aber war der Übertritt der Grünen-Abgeordneten Elke T. zur CDU. „Merkwürdig, gerade hatte sie sich noch für die Grünen als Landtagskandidatin beworben, als das gescheitert war, entdeckte sie ganz plötzlich ihre Neigung zur CDU“, war der Tenor. Und Luzia Moldenhauer berichtete später von der Pressekonferenz: „Hätte sie doch wenigstens einen einzigen sachlichen Punkt genannt, an dem sie nicht mit der Regierung gestimmt hätte haben wollen, dann könnte man vielleicht so etwas wie einen Gewissenskonflikt erkennen. Aber Frau T, schwadronierte nur darüber, dass sie bei den Grünen nicht den Einfluss habe, den sie gerne gehabt hätte!“ Dieses Verhalten, so sehr offensichtlich nur einem egoistischen Kalkül unterworfen und noch offensichtlicher durch Versprechen für weitere Mandate geködert, schädige die ganze Politik. „Jemanden wie Frau T. aufzufordern, ihr von den Wählerinnen und Wählern der Grünen verliehenes Mandat zurückzugeben, wird nicht erfolgreich sein: Frau T. versteht nur die Sprache von Egoismus und Gier“, hieß es. Und weiter: „Aber wenn sie jetzt ihre dafür günstige Partei gefunden hat, dann stimmt es ja, dass sie sich sehr gut fühlen kann.“

 

Kreistagsfraktionsvorsitzende Astrid Schlegel (l.) und Ortsvereinsvorsitzende Luzia Moldenhauer, MdL

Auch über die Krankenhaussituation im Landkreis wurde gesprochen. Zum Teil sehr deutliche Kritik musste sich die Kreistagsfraktionsvorsitzende Astrid Schlegel aus der Versammlung anhören. Denn, so eine besonders deutliche Meinung, jeder mit nur einem Funken Ahnung hätte diese Entwicklung bemerken müssen. Positiv sah die Versammlung aber die Möglichkeiten der Entwicklung wieder unter kommunalem Dach. Und da bot die Versammlung ihre konstruktive Mithilfe an. Dr. Claudia Kemper, selbst Gesundheitswissenschaftlerin, plädierte für Zielformulierungen. „Wer jetzt fordert, es dürfe keine Strukturdiskussion bei den Krankenhäusern geben, will genau diese alten Strukturen erhalten. Und dann stehen wir bald immer noch auf derselben Stelle“; fasste Stadtratsfraktionsvorsitzender Dr. Christoph Lanzendörfer, auch er hat Gesundheitsökonomie studiert, die Diskussion zusammen.

 
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