Buch des Monats: Sommerlektüre

 
 

In Spiekeroog gibt es als Unterlagen für die Klausurtagungen der Fraktion entweder Aktenordner oder Vorlagen, die so umfangreich sind, dass sie besser als Bücher gebunden sind. 4 dieser Bücher gibt es mittlerweile, die alle auch im Handel zu erwerben sind. In der Rubrik „Buch des Monats“ stellt Jonathan Kolschen das neueste dieser Bücher als Lektüre für den sitzungsfreien Sommer vor.

 

Das aktuelle Buch von 2017 gibt es jetzt sogar schon in der 2. Auflage: „Sachlich. Und Emotional. - Die Seele linker Politik.“ Geschrieben hat es unser Fraktionsvorsitzender Dr. Christoph Lanzendörfer, es ist 232 Seiten umfangreich, kostet € 10 und hat die ISBN 9783 744 83434 6.

Inhaltlich ist es eine Rundfahrt aus Geschichte, Ökonomie, Politik und Philosophie. Die These: Der sich sachlich gebende Neoliberalismus mit seinen Forderungen nach „Wettbewerbsfähigkeit“ unter den Menschen, rationalen Abwägungen und kalten Berechnungen hat den Rechtspopulismus mit dem genauen Gegenteil einer „pathologischen“ Solidarisierung unter den Menschen, die andere bewusst ausschließt, erst als Reaktion möglich gemacht.

Zur Untermauerung stellt Lanzendörfer ökonomische Theorien des Neoliberalismus vor, stellt in kleinen Kästen die Zusammenfassungen vor und benennt Projekte, die zu einer Änderung führen können. In 42 Thesen fasst er dann dieses Projekt in einem Schlusskapitel zusammen.

Lanzendörfer kommt zu überraschenden Ergebnissen: Heimat ist wichtig für alle, aber kein Nationalismus. Deswegen fordert er ein „Europa der Regionen“ ohne Zwischeninstanzen wie Staaten. Oder: Um wirklich transparente Politik mit mehr direkter Mitwirkung zu erreichen, müssen die kommunalen Bereiche so geändert werden, dass es überschaubare Einheiten gibt. Deswegen fordert Lanzendörfer die Gemeinden so zusammenzuschließen, dass es zu Kommunen mit 75.000 bis 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern kommt, die sich komplett selbst verwalten sollen, was einer Auflösung von Landkreisen entspricht.

Wer von einem SPD-Politiker allerdings erwartet hat, er lobt alles aus der SPD über den grünen Klee, der wird sich getäuscht sehen: Christoph Lanzendörfer geht auch mit einigen Leuten in klarer Sprache zu Gericht, denen er Rückgratlosigkeit und Inkompetenz vorwirft. So z.B. beim Thema „Willkommen, Wolf!“ (S. 100 ff).

Insgesamt eine interessante Urlaubslektüre. Sprachlich gut zu lesen mit sehr vielen Aha-Erlebnissen. Wir waren in Spiekeroog sehr angetan von diesem neuen Buch.

 
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